An dieser Stelle finden Sie (chronologisch geordnet) Beiträge zu Veranstaltungen und Nachrichten.

Im Rahmen der 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS), die vom 06.09. bis 08.09.2018 unter dem Motto "BIPO HOME" stattfindet und sich mit den Fragen wo Bipolarität zu Hause ist und was sich durch Hometreatment ändert, lädt "Irre menschlich Hamburg" zu einer gemeinsamen Sonderveranstaltung in die Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Von-Melle-Park 8 (VMP 8), ein.
Für Nicht-Tagungsteilnehmer_innen Kostenbeitrag € 10,00 (Abendkasse)
 
Martin Schäfer, Essen / Thomas Bock, Hamburg
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Musikalische Umrahmung: "A Bit of Blue"

Emily Maguire mit Christian Dunham, Bass

Ein Höhepunkt der 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen gleich zum Auftakt: Die britische Singer-Songwriterin mit der starken Bühnenpräsenz hat bereits fünf Alben aufgenommen. Sie hat eine ungewöhnliche Künstlerkarriere hinter sich, die sie von der australischen Wildnis bis in die Londoner Royal Albert Hall führte. Sie schreibt pointierte und feinfühlige Texte, die unter anderem ihre Erfahrungen mit ihrer manisch-depressiven Erkrankung aufgreifen. Doch fast nocheindrucksvoller als ihre Texte ist ihre ausdrucksstarke Stimme mit der unverwechselbaren Färbung und Intensität, der sich niemand entziehen kann. Emily wird von ihrem Mann, dem Bassisten Christian Dunham, begleitet.

Festvortrag: "Die Macht der Kränkung"

Reinhard Haller, Feldkirch

Kränkungen sind universell und zeitlos. Nahezu jedem menschlichen Problem liegt eine Kränkung zugrunde. Erstaunlicherweise ist gerade unsere scheinbar so selbstbewusste Gesellschaft extrem empfindlich und verletzlich. Kränkungen treten uns im Innersten, greifen unsere Selbstachtung, unser Ehrgefühl und unsere Werte an. Sie können uns aus der Bahn werfen, uns krank machen und sogar zu den grausamsten Verbrechen und Kriegen führen. Es wird aufgezeigt, welche Macht Kränkungen über uns ausüben und wie es gelingen kann, an seelischen Verletzungen nicht nur zu wachsen, sondern auch die eigene Persönlichkeit zu stärken. Prof. Dr. Reinhard Haller ist Psychiater, Psychotherapeut, Neurologe sowie Autor und beliebter Vortragsredner. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Suchtforschung.

Aretäus-Preis 2018

Zum fünften Mal verleiht die DGBS ihren Aretäus-Preis und würdigt damit Menschen oder Institutionen, die zum Thema Bipolare Störungen außergewöhnliches Engagement erbracht haben.

Jules-Angst-Forschungspreis

Der Jules-Angst-Forschungspreis wurde im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben und würdigt herausragende junge Wissenschafler_innen für ihre Forschungsarbeit zu Bipolaren Störungen.

Verleihung des DGBS-Gütesiegels

Hans-Jörg Assion, Dortmund / Martin Schäfer, Essen

Seit 2013 zeichnet die DGBS solche Klinken mit einem Gütesiegel aus, die sich in besonderer Weise um die leitliniengemäße und damit auch trialogische Behandlung und Versorgung bipolar erkrankter Menschen einsetzen.

Infos zur Tagung unter www.dgbs.de

Berufsbildungswerk Hamburg GmbH (bbw)In der Woche von Montag, 04. bis Freitag,08. Dezember 2017 findet im Berufsbildungswerk Hamburg GmbH (BBW) in Eidelstedt sowie in der dortigen Beruflichen Schule Eidelstedt (BS24) die Fachwoche "Psychischen Gesundheit" statt. Irre menschlich Hamburg ist als Kooperationspartner mit der Durchführung von insgesamt 32 Workshops betraut.

 

Über das BBW

Das Berufsbildungswerk Hamburg (BBW) führt Berufsausbildungen und Berufsvorbereitung für junge Menschen mit Behinderung durch (vorwiegend Lernbehinderungen, aber auch Körperbehinderungen, Sinnesbehinderungen leichter und mittlerer Ausprägung wie z.B. Hörschädigung und psychische Beeinträchtigungen).

Das BBW arbeitet im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit. Deutschlandweit gibt es über fünfzig Berufsbildungswerke.

Die überwiegende Anzahl der Teilnehmer_innen im BBW hat eine Förderschule besucht, viele haben keinen Abschluss oder einen schlechten Hauptschulabschluss. Es gibt keine Altersbegrenzung für die Aufnahme ins BBW. Die meisten Teilnehmer_innen sind bei Beginn zwischen 17 und 24 Jahre alt.

Zur Zeit werden 22 verschiedene Ausbildungsberufe angeboten. Mindestens ein Drittel der Ausbildungszeit lernen die Auszubildenden in Betrieben der jeweiligen Branche. In einigen Ausbildungsgängen verbringen die Azubis nahezu die gesamte Lehrzeit im Partnerbetrieb. Dies ist zum Beispiel im Einzelhandel, in der Alten- und Gesundheitspflege, in den kaufmännischen Berufen, im Friseurhandwerk und in den Gastronomieberufen der Fall. Bis auf wenige Ausnahmen besuchen alle Teilnehmer_innen des BBW's an zwei Tagen in der Woche die Berufliche Schule Eidelstedt (BS24), die auf dem Gelände des BBW's untergebracht ist.

Das oberste Ziel des BBW's ist die berufliche Vermittlung der Absolventen in den ersten Arbeitsmarkt.

 

Konzept der Veranstaltung

Die Fachwoche macht den Schüler_innen und Mitarbeiter_innen (Ausbilder_innen, Sozialpädagog_innen, Psycholog_innen, Förder- und Berufsschullehrer_innen) das Angebot, sich einmal intensiv mit der eigenen Verschiedenheit und der der anderen zu beschäftigen.

Das Programm setzt sich aus 32 Workshops zu 14 verschiedenen Themen zusammen, die bereits innerhalb der Schülerforen bei "Psychiatrie macht Schule" – Tag der offenen Tür für Schüler_innen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erprobt und immer zahlreich besucht werden. Elf Workshops werden mehrfach angeboten. Alle Workshops sollten sowohl mit Expert_innen besetzt sein, die sich beruflich mit den verschiedenen Problembereichen auseinandersetzen, als auch mit solchen, die über eigene Krisenerfahrung verfügen.

Das Themenangebot sollte mit den Schüler_innen im voraus besprochen worden sein, damit diese daraus ihre eigene Wahl treffen konnten. Es besteht die Möglichkeit, sich in Lerngruppen über bestimmte Themen zu informieren und auszutauschen. Folgende Workshops, für die sich jeweils maximal zwanzig Schüler_innen und Mitarbeiter_innen anmelden können, werden angeboten:

"Aktiviere Deine Stärken im Alltag"
Hilfe zum Selbstmanagement für Menschen aus dem ADHS- und Autismusspektrum
Kristina Meyer-Estorf, kompetenzwerk-turtlesteps.de

"ADHS kommt nicht allein!
Konstruktiver Umgang mit ADHS und Begleiterkrankungen
Kristina Meyer-Estorf, kompetenzwerk-turtlesteps.de

"Verträumt, durchgerutscht und spät erkannt"
Langsamkeit, Erschöpfung und Autismus bei Mädchen
Kristina Meyer-Estorf, kompetenzwerk-turtlesteps.de

Meine graue Wolke der Traurigkeit (2 x)
Wie ich lernte mit meiner Depression zu leben

Zwanghaft online (2 x)
Gefahren und Hintergründe der Mediensucht
Bettina Moll, UKE

Is(s) was? Magersucht und Bulimie (3 x)
Hungern, Kotzen oder beides für ein Schönheitsideal?

"Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (4 x)
Manie und Depression – extreme Schwankungen von Stimmung und Energie. Wie wird die Dynamik erlebt? Was hilft?

Durch Drogen psychotisch? (2 x)
Wie groß ist die Gefahr? Bericht aus eigener Erfahrung mit Cannabis

"Wie kann ich nur leben?" (2 x)
Borderline als ständige Herausforderung

"Alkohol – nein Danke!" ist Stärke (4 x)
Andre Rudel

Zwang: "Der Kobold in meinem Kopf" (3 x)
Antonia Peters, zwaenge.de

Die erste Psychose (2 x)
Wie kann es beginnen? Gibt es typische Krisen? Was passiert in der Seele, was in der Familie?

Borderline (2 x)
Gefühle extrem und außer Kontrolle

Wie Ängste das Leben einengen (2 x)

"Stimmenhören"
Botschaften aus einer inneren Welt?
Robert Dorner

 

 

Im Sommer 2016 nahmen wir Kontakt zu Pröpstin Astrid Kleist auf, um unsere Zusammenarbeit mit Kirche und Seelsorge wieder zu intensivieren. Sie lud uns ein, uns am 22. Februar 2017 den Pastor_innen ihres Konvents bei einem der regelmäßig stattfindenden Treffen vorzustellen.

Wir bekamen Zeit, Irre menschlich Hamburg, seine Entstehung und seine Ziele zu erläutern. Frau Pastorin Hildegard Emmermann, Krankenhausseelsorgerin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, hielt einen kurzen Vortrag zum Thema 'Ethik und Psychiatrie'. Anschließend konnten sich die Pastor_innen einer von drei Gruppen zuordnen, in der jeweils ein Mitglied mit eigener Krisenerfahrung und eine Angehörige oder eine therapeutische bzw. seelsorgerische Fachkraft von ihren Erfahrungen berichteten. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage des Unterschieds zwischen Therapie und Seelsorge. Viele Fragen wurden gestellt und es kam zu einem sehr intensiven, offenen und persönlichen Austausch, den wir gerne noch verlängert hätten.

Gemeinsam sammelten wir schließlich Ideen, wie eine befruchtende Zusammenarbeit zwischen Seelsorger_innen und Irre menschlich Hamburg aussehen könnte. Als Möglichkeiten für Begegnungsprojekte wurden unter anderem der Konfirmandenunterricht und die Seniorengruppen genannt, aber auch die gemeinsame Planung von Gottesdiensten war im Gespräch.

Wir freuen uns auf weitere Begegnungen und danken für die große Offenheit, das Interesse und die konstruktiven Gespräche dieses Vormittages!

Journalist Martin Hubert berichtet. Zum Audio-Beitrag geht es hier.